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SYMPOSIUM 2007
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REFLEXION & RESUMEE
Wandel gestalten in Leben und Arbeit
Wandel und Gesundheit
 
Genius Hellerau schaut zurück auf einen gelungenen Start der Veranstaltungsreihe "Wandel gestalten in Leben und Arbeit". Das Symposium "Wandel und Gesundheit" nahm den interdisziplinären Gedanken des historischen Standorts Hellerau auf und beleuchtete den Symposiumsschwerpunkt aus fachübergreifenden Perspektiven. Damit gewannen die Teilnehmer einen Überblick über das Thema Gesundheit in Bezug auf gesellschaftlichen Wandel. Deutlich wurde dem aus Führungskräften, Verantwortlichen des Personalwesens, Vertretern der Gesundheitsbranche, Beratern, Lehrenden der TU Dresden sowie deren Studenten bestehenden Publikum, welche Verantwortung jeder Mensch, jeder Unternehmer, jede Führungskraft hat, wenn es um Gesundheit geht.
Unternehmen müssen sich zunehmend mit der Mitarbeitergesundheit auseinandersetzen, das Gesundheitssystem erkrankt an der noch mangelnden Eigenverantwortung der Individuen, doch den Schritt nach vorne zu gehen verlangt viel Mut und vor allem Wille zum Wandel. Wie sehr uns Menschen "aus Angst vor der Ungewissheit" Wandel widerstrebt, zeigte sich letzten Vortrag des 1. Symposiumtages, in dem Niels Pfläging, Präsident der Metamanagement Group und Direktor des Beyond Budgeting Round Tables, eine Managementstrategie vorstellte, die ohne Budgetplanung auskommt. Kaum ein Ökonom aus den Publikumsreihen konnte sich eine Budgetlose Unternehmensführung vorstellen.
Jeder Referent, jeder Künstler und Workshopleiter gab auf seine Art Anregungen zum Wandel.

Dr. Claudia Eberhard führte mit dem Grußwort des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales in die politische Bedeutung von Gesundheit ein. Sie nannte beispielsweise die sächsischen Gesundheitsziele, die zeigen, wie aktuell auch in der Politik das Thema ist. Später wurde durch Herrn Prof. Dr. Bornsteins Vortrag zur „Diabetes-Epidemie“ das Gesundheitsziel der verstärkten Prävention von Diabetes mellitus in seiner Dringlichkeit bestätigt.
Doch bevor die gesundheitsspezifischen Referate den Bezug zum gesellschaftlichen Wandel herstellten, hatte Matthias Bucksteeg, Kommunikationsberater und Geschäftsführer der Hidden Images GmbH, das Wort. Mit Spencer Johnsons Fabel vom Käse zeigte er, dass Erfolg und Innovation ohne Wandel nicht möglich ist.
Brand eins Journalist Wolf Lotter stieg daraufhin ins Thema Gesundheit ein und machte den Zuhörern klar, wie notwendig der Wandel des Gesundheitssystems ist. Er forderte mehr Eigenverantwortung des Einzelnen, mehr präventive Maßnahmen der Gesundheitspolitik sowie innerhalb der Unternehmen und Organisationen und ein allgemeines Umdenken, was Gesundheit eigentlich bedeutet.
An diese Eigenverantwortung knüpfte Prof. Dr. Stefan Bornstein, Professor und Direktor der Med. Klinik und Poliklinik III und des Zentrums für Innere Medizin am Universitätsklinikum Dresden, an und legte dar, wie der heutige Lifestyle zu einer stetig steigenden Anzahl von Diabeteserkrankungen führt.
Prof. Dr. Johannes Siegrist, geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizinische Soziologie der Universität Düsseldorf, griff den Aspekt der Mitarbeitergesundheit auf. Er zeigte anhand verschiedener Studien, dass soziale Anerkennung und Gratifikation in Unternehmen zu gesunden Mitarbeitern und ökonomischen Gewinnen führen können und wie sich bei ihrem Fehlen stressbedingte Krankheiten häufen und so mit wirtschaftlichen Verlusten zu rechnen sei.
Die Debatte um die Mitarbeitergesundheit wurde von Prof. Dr. Eva Demerouti, vom Institut für Sozial- und Organisationspsychologie, Universität Utrecht (NL), mit Ihrem Vortrag über das Arbeitsanforderungen- und Arbeitsressourcen-Modell erweitert. Die Gegenüberstellung von Anforderungen und Ressourcen im Job bewies, dass Burnout und andere Stresskrankheiten dann entstehen, wenn sie nicht im Gleichgewicht zueinander stehen.

Zwei künstlerische Projekte begleiteten das Symposium und präsentierten sich am ersten Tag. In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut - IPMS stellte die REINIGUNGSGESELLSCHAFT das Projekt Lebenszeit vor, bei dem vereinfacht gesagt, eine EKG-Weste von Arbeitnehmern 24 Stunden getragen wurde. Die Ergebnisse präsentierte die Künstlergruppe in einer kleinen Ausstellung. Fotografien, die von den Probanden selbst erstellt wurden, protokollarischen Angaben zum Tagesablauf und Auszüge aus Interviews über deren Arbeits- und Lebenswelt ergänzten die EKGs und zeichneten ein deutliches Bild der Arbeits- und Lebenswelt.
Der Künstler Pier Giorgio Furlan initiierte das Projekt _LABIRINTI_ an dem auch die IMM prounique GmbH und die Trans Media Akademie Hellerau e.V. (TMA) beteiligt waren. 7 allegorische Figuren warteten in einem Labyrinth auf die Besucher und demonstrierten auf einer körperlich-sinnlichen Erfahrungsebene Gefühlszustände wie z.B. die Isolation. Furlans Mitarbeiter waren in teilweise erschreckenden Konstruktionen eingebaut und bewegten die Figuren unter den Klängen der Installationen von IMM prounique. Zum Schluss erwartete die Teilnehmer der Erlösungsraum der TMA, in dem jeder selbst ein Paradies aus Geräuschen – vom Vogelgezwitscher bis zum Froschquaken – durch Bewegungen im Raum auslösen konnte.

Das breite Angebot an Workshops ermöglichte dem Einzelnen sich mit dem Thema Wandel und Gesundheit auf praktischer Ebene auseinander zu setzen – vom Gestalten erfolgreicher Veränderungsprozesse in Unternehmen bei Berater Radko Zonsarow, über die Kosten-Nutzen-Bewertung von Humankapital bei Beraterin Dr. Sigrun Fritz, die Nutzung positiver Effekte von Stress bei Ernährungscoach Dr. Ilona Bürgel, die Auseinandersetzung mit dem eigenen Verständnis und Umgang mit Wandel bei der REINIGUNGSGESELLSCHAFT, den Umgang mit Licht im Lebens- und Arbeitsalltag bei Architektin Sabine Soeder, den persönlichen Wandel in erfolgreichen Unternehmen bei Dipl.-Psychologe und Berater Ulrich Soeder, bis hin zur budgetfreien und dezentralisierten Managementstrategie von Niels Pfläging.

Der Verein Genius Hellerau bedankt sich bei all den Akteuren, den Teilnehmern und natürlich bei den Partnern und Sponsoren, die alle den Schritt gewagt haben, verschiedenen Disziplinen und Fachbereichen ihre Aufmerksamkeit zu schenken und die interdisziplinäre Herangehensweise zu unterstützen.
 
Die Initiatoren:
Vereinsvorstand Dr. Wilhelm Zörgiebel, Julia Reimann, Jens Voigt, Mathias Bucksteeg, Prof. Dr. Günther Portune, Dr. Christian Striefler und Dr. Ursula Zenker

Weitere Engagierte:
Prof. Dr. Peter Richter (TU Dresden, Psychologie), Prof. Dr. Rolf Jessberger (TU Dresden, Medizin), Ulrich Soeder (Integral Development), Sabine Soeder (Lichtplanung), Ines Schedwill (Fraunhofer Institut für Photonische Mikrosysteme), Martin Keil & Henrik Mayer (Reinigungsgesellschaft), Dr. Ilona Bürgel (Ernährungscoach), Dr. Marcus Pohl (Klinik Bavaria) sowie Prof. Dr. Frank Oehmichen (Klinik Bavaria).
 
      Stimmungsbild (pdf)       TUD Universitätsjournal (pdf)       TUD Absolventenmagazin (pdf)       Wolf Lotter:
"Wenn ich Gesundheit und Politik höre"
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